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Das Turiner Grabtuch und seine Geschichten

Ist es eine Fälschung oder echt? Sagt es etwas zur Passion und Auferstehung Jesu Christi aus?

Antlitz von Jesus gemalt nach dem Turiner Grabtuch mit frdl. Erlaubnis von Chinchilla Prints

Zur Frage, was das Turiner Grabtuch „ist“, gibt es keine eindeutige Antwort

Die Experten sind sich nämlich uneins. Was als „objektive Fakten“ gilt, ist wenig:

  • Das Tuch misst 436 cm mal 110 cm.
  • Die Webart ist ein 3:1 Fischgrätenmuster
  • Auf ihm ist etwas zu erkennen, was wie das Ab­bild eines etwa 40 Jah­re alten, gekreu­zigten Mannes aussieht.
  • Es enthält unter an­derem ge­flickte Brandlöcher und Flecken, die menschliches Blut sein könnten.
  • Die unstrittige Geschichte des Tuches beginnt ca. 1357, als die Witwe ei­nes Ritters das Tuch in Lirey (Frankreich) öffentlich ausstellte.

Das war es auch schon. Ansonsten gibt es lediglich Geschichten.

Für welche Geschichte Sie sich entscheiden, hängt von dem ab, was aktuell ihr Weltbild steuert

Ein Skeptiker, der Jesus für einen unbedeutenden Wanderprediger hält, über den später Wundergeschichten erfunden wurden, wird das Tuch wahrscheinlich für eine Fälschung halten. Kronzeuge für die Wahrheit dieser Geschichte ist die Radiokarbondatierung, in der das Tuch ins Mittelalter datiert wurde. Es kann daher nicht echt sein.

Ein gläubiger Mensch, der an eine übernatürliche Auferstehung glaubt, wird das Tuch wahrscheinlich für ein Mysterium halten und glauben, das Abbild wäre wunderbarerweise bei der Auferstehung entstanden. Auch dafür gibt es Indizien.

Wer die vielen Forschungsergebnisse, die für die Echtheit sprechen, nicht ignorieren will, aber nicht an Wunder glaubt, muss vielleicht die größte Kröte schlucken. Aber davon später.

Das menschliche Gehirn ist ständig bestrebt, sein psychi­sches In­nenleben harmonisch und im Einklang zu halten

Wird über unsere Sinne eine In­formation aufgenommen, die mit der bisher geglaub­ten Wirk­lichkeit nicht überein­stimmt, entsteht eine kognitive Dis­sonanz. Eine Schutz­funktion im Gehirn sorgt dafür, dass diese un­passende Rea­lität zunächst einmal nicht akzeptiert wird: „Das kann, das darf nicht wahr sein!“ Es ist einfacher, unpassende Informationen zu ignorieren oder umzudeuten, als seine eigene Weltsicht anzupassen. Bekehrungen kommen selten vor in der Grabtuchforschung.
Ich beschäftige mich seit den 1970er-Jahren mit diesem Tuch und bin seit langem Mitglied einer E-Mail-Gruppe mit Protagonisten von fast allen Geschichten, die es um das Grabtuch gibt (shroud-science-group). Ich kenne daher das Für und Wider einer jeden Geschichte bis ins letzte Detail.

 

Auf dieser Webseite sollen die Protagonisten aller Geschichten zu Wort kommen

Daher sind die Aussagen widersprüchlich. Natürlich – jeder, der sich intensiver mit diesem Tuch beschäftigt, wird irgendwann anfangen, die Informationen einzuordnen und sich für eine bestimmte Ansicht entscheiden, so auch ich.

Beim Turiner Grabtuch verhält es sich wie bei Jesus selbst

Die einen halten ihn für eine Kunstfigur, auf die antike Geschichten projiziert wurden, die anderen für einen begnadeter spirituellen Lehrer und Mystiker, andere wiederum für den Sohn Gottes, der von einer Jungfrau geboren wurde, übernatürlich auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist.
Das Turiner Grabtuch könnte ein Anlass sein, die eigene Sichtweise auf Jesus zu überdenken. Schauen Sie sich einfach die verschiedenen Geschichten an, und finden Sie für sich heraus, welche Ihnen davon am plausibelsten erscheint.

1. Geschichte: Das Grabtuch ist eine Fälschung

Triumph für die Wissenschaft. Wieder einmal wurde eine Reliquie als Fälschung entlarvt

Seit der Radiokarbondatierung von 1988 wissen wir, dass das Tuch aus dem Mittelalter stammt.
Die Ergebnisse wurden in der renommierten Zeitschrift „Nature“ abgedruckt. Der Artikel ist natürlich peer-reviewed, die Arbeit entspricht also höchsten wissenschaftlichen Standards.

Es gibt nur eine Einschränkung: Die Ergebnisse hätten nicht veröffentlicht werden dürfen

Der Grund: Die Resultate der drei Institute lagen zu weit auseinander. Der „significance level“ hatte nur einen Wert von 4,176 %. Liegt der Wert unter 5 %, dann gelten die Messergebnisse als unzuverlässig. Ethische Wissenschaft gebietet, sie nicht zu veröffentlichen, sondern das Projekt neu aufzusetzen, weil etwas nicht stimmen kann. Einige Messungen ließ man sogar ganz unter den Tisch fallen, erst durch Gerichtsbeschluss mussten sie herausgegeben werden, wodurch sich der tatsächliche Wert als noch geringer herausstellt.

Ja, und es gab noch viele andere Ungereimtheiten, die nie aufgeklärt wurden, aber das ändert nichts an den mittelalterlichen Werten. Die Hypothese, dass die Proben so stark mit neuerem Kohlenstoffmaterial verunreinigt waren, dass ein Messfehler von über 1000 Jahren entstanden sei, ist lächerlich. Dafür bräuchte es fast die doppelte Menge modernen Materials.

Auch die Annahme, dass just an der Stelle, an der die Probe herausgeschnitten wurden, im Mittelalter neue Flicken eingesetzt wurden, entbehrt jeder Grundlage. Die international renommierte Textilexperten Dr. Flury-Lemberg war sehr vertraut mit dem Tuch und äußerte sich klar: „Das Tuch war an diese Stelle nicht geflickt, das hätten wir bemerkt. Es ist nicht möglich, ein Tuch so auszubessern, dass ein Experte das nicht bemerkt.“

 

Auch handwerkliche Fehler im C14-Projekt können ein Messergebnis nicht um über 1000 Jahre verfälschen

Also: Das Tuch stammt aus dem Mittelalter. Basta! Der Test war eindeutig und kann durch vernünftige Argumente nicht revidiert werden. Also kann das Tuch nur ein Kunstwerk oder eine Fälschung sein, wie viele andere Reliquien des Mittelalters auch. Reliquien und die Pilgerscharen, die sie anzogen, waren im Mittelalter ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Das Tuch wurde von Anfang an für eine Fälschung gehalten

Der Bischof von Troyes richtete bereits 1389 eine Beschwerde an den Papst: Lirey habe “fälschlich und betrügerisch … ein listig gemaltes Tuch angeschafft.”
Auch gibt es keine wissenschaftliche Erklärung für die Entstehung des Abbildes. Also muss es von Menschenhand hergestellt worden sein, einem genialen Künstler eben.
Die katholische Kirche hat das Tuch zu Recht sofort nach dem C14-Test heruntergestuft: von einer Reliquie (etwas Echtes) zu einer Ikone (ein Kunstwerk).

Das Turiner Grabtuch ist ein Tummelplatz für Wundergläubige und Verschwörungstheoretiker, die Pseudowissenschaft betreiben. Es lohnt sich nicht, an diesem Tuch nur einen weiteren Gedanken zu verschwenden!

2. Geschichte: Der C14-Test ist eine Fälschung

Die Ergebnisse der Radiokarbondatierung basieren auf Betrug. Das Projekt wird noch als größtes Fiasko in die Geschichte der Wissenschaft eingehen.

There will be hell to pay when the truth comes out.

Dr. Raymond Rogers

Zweifel gab es von Anfang an. Der Jesuit Prof. Bulst sprach in seinem Buch „Betrug am Turiner Grabtuch – Der manipulierte Carbontest“ bereits 1990 offen von Betrug.

In den Neunzigerjahren sind weitere Bücher erschienen, in denen die Nachforschungen zur Aufdeckung des Betruges detailliert dargestellt wurden. Der Vorwurf: Die Proben wurden kurz nach dem Herausschneiden durch mittelalterliche Stücke ersetzt. Da keine Verleumdungsklage vonseiten der Beschuldigten erhoben wurde, gab es keine offizielle Untersuchung. Vieles blieb daher im Dunkeln, Ungereimten wurden von den Akteuren nicht geklärt. Fragen versickerten im Sand „vatikanischer Autoritäten“.

Bereits das Herausschneiden der Proben in Turin wurde wie eine Geheimsache behandelt. Unabhängige Medien waren nicht dabei, denn die Öffentlichkeit wurde erst zwei Tage nach dem Ereignis informiert.

Keiner der Anwesenden – die meisten waren Vertreter der C14-Labore – verstand damals, warum die beiden Hauptpersonen, Kardinal Ballestrero (Auftraggeber) und Dr. Tite vom Britischen Museum (Auftragnehmer) alleine, also ohne Zeugen und ohne sachlichen Grund, entgegen dem Protokoll gleich nach dem Herausschneiden der Stücke in einem Hinterzimmer verschwanden, um die Proben einzupacken. Nicht einmal ein Notar war dort anwesend.

Während des Projektes wurde immer wieder massiv gegen das vereinbarte Protokoll verstoßen.

Jeder wusste, wie umstritten der Gegenstand war, um den es ging. Daher wurde versucht, durch ein in Jahren mühsam ausgehandeltes Protokoll ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit sicherzustellen. Zum Beispiel war ausdrücklich vereinbart, dass es bis zur Bekanntmachung des Ergebnisses keine Kommunikation zwischen den beteiligten Laboren geben darf. In Wirklichkeit haben sich die Laborleiter jedoch heimlich zu einer Abstimmung getroffen. Die Liste der Protokollverstöße ist lang und gravierend.

Die Unterbrechung der Beweiskette disqualifiziert die Ergebnisse

Die Proben wurden ohne Zeugen in Metallkapseln verpackt. Diese wurden anschließend verschlossen und den Laborvertretern übergeben. Alles, was man daher sagen kann, ist: Die Proben, die die Institute erhalten haben, stammten aus dem Mittelalter. Aber waren sie vom Grabtuch? Es gibt eine Reihe von Indizien, die dagegen sprechen.

Eine neuerliche Carbondatierung könnte sofort Klarheit schaffen

Bei einer „Restaurierung“ des Tuches 2002 wurde so viel Stoff entfernt, dass man vermutlich Dutzende von C14-Untersuchungen hätte machen können. Doch die katholische Kirche als Eigentümerin des Tuches verweigert nunmehr seit über 35 Jahren strikt jede direkte Forschung am Tuch. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse wurden alle früher herausgeschnittene Stücke des Tuches eingezogen und jede weitere Radiokarbondatierung verboten. Papst Franziskus hat angekündigt, dass unter seinem Pontifikat keine C-14 Untersuchung stattfinden wird.

3. Geschichte: Das Tuch ist echt

Das Turiner Grabtuch ist das echte Grabtuch Jesu Christi von dem bereits im Neuen Testament berichtet wird. Es ist die bedeutendste Reliquie der Christenheit.

„Joseph (von Arimathia) kaufte ein großes Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab“.

(Markus 15,46)

Am Ostermorgen fanden es Petrus und Johannes „zusammengefaltet an der Seite“

(Joh. 20,6-7)

Mit Ausnahme der umstrittenen Carbondatierung spricht alles dafür, dass dieses Tuch als „Turiner Grabtuch“ erhalten geblieben ist.

Ergebnis der STURP Untersuchung: Das Tuch ist nicht das Werk eines Künstlers

Anfang der 1980er-Jahre wurde das Grabtuch von Turin über einen Zeitraum von drei Jahren und einem Aufwand von 150.000 Arbeitsstunden von vielen Ärzten, Wissenschaftlern, Gerichtsmedizinern und anderen Experten untersucht. Ergebnis: „Das Abbild auf dem Grabtuch ist das eines wirklichen Menschen, der gegeißelt und gekreuzigt wurde. Es ist nicht das Werk eines Künstlers.“ Es konnte jedoch keine natürliche Erklärung für die Entstehung des Abbildes gefunden werden.

In dem Abbild wurde kein anatomisches Detail gefunden, das nicht mit modernen Erkenntnissen übereinstimmen würde. Hätte man Fehler gefunden, wäre die Sache bereits erledigt. Aber das ist nicht der Fall. Man kann daher die Arbeit eines Künstlers ausschließen. Ein derartiges Genie gibt es nicht. Es gab auch keine Tradition solcher „Werke“. Das Turiner Grabtuch ist einmalig und unvergleichlich. Außerdem gibt es noch viele weitere Erkenntnisse, die für die Echtheit des Tuches sprechen.

Es gibt eine Geschichte des Tuches vor dem 14. Jahrhundert.

Diese ist durch viele Forschungsergebnisse (u.a. antike Texte) belegt. Das Tuch kam bereits im ersten Jahrhundert nach Edessa (heute Sanli-Urfu in der Südosttürkei) und wurde dort als Mandylion verehrt.
944 wurde es nach Konstantinopel gebracht. 1204 wurde es bei der Plünderung der Stadt von Kreuzrittern geraubt und tauchte erst wieder 1357 in Lirey (Frankreich) auf.
Pollen von Pflanzenarten, die auf dem Tuch identifiziert wurden, bestätigen den Weg des Tuches.

Im Abbild sind auch Pflanzenteile enthalten (meist Blüten), die in dieser Konstellation nur im Raum Jerusalem vorkommen.

4. Geschichte: Jesus lag darunter

Bei der Person des Tuches kann es sich nur um den historischen Jesus handeln
Es gibt Merkmale, die nur auf Jesus zu treffen:
  • Dieser Mensch wurde als König verhöhnt. Das zeigen die Blutflecken von einer Dornenhaube als „Krone“ am Hinterkopf
  • Die Beine sind nicht zerschlagen, die Wunde des Lanzenstichs ist deutlich sichtbar
  • Der Gekreuzigte wurde ehrenvoll in einem Tuch bestattet
  • Dieser Mann wurde nicht von „normalen“ Juden verehrt. Das Tuch wurde von Anfang an von Christen als ehrenvolles Erbe aufbewahrt
  • Es wurde als nicht von „Händen gemachtes Bild“ des Erlösers verehrt und hat ab dem 6. Jahrhundert alle Darstellungen Jesu geprägt
Alleine die Tatsache, dass es dieses Tuch gibt, spricht dafür, dass hier etwas ganz Besonderes passiert sein muss. Gekreuzigte wurden in der Regel in Massengräbern verscharrt. Für Juden war alles unrein, was mit einem Toten in Berührung gekommen war. Es musste zusammen mit der Leiche bestattet werden.

5. Geschichte: Das Tuch ist ein Beweis für die Auferstehung Christi

Die gelbliche Verfärbung (Abbild) ist umso schwächer, je größer der Abstand zwischen Tuch und Körper an einer Stelle war (3D-Effekt). Die Konturen sind unscharf. Ab einem Abstand von 5 cm verflüchtigt sich das Bild.

Es muss Energie aus dem Körper gekommen sein, sonst ist die hohe Auflösung nicht erklärbar. Der Chemiker Raymond Rogers versuchte, die abnehmende Verfärbung durch unterschiedliche Gaskonzentration zu erklären, seine Theorie: Gase, die bei der Zersetzung der Leiche von der Haut aufsteigen, nehmen in ihrer Konzentration mit der Entfernung vom Körper ab, also hat sich umso weniger Bildsubstanz gebildet, je weiter weg das Tuch vom Körper war.

Jedoch ist das Volumen zwischen Tuch und Körper sehr gering, es würde sich rasch eine einheitliche Konzentration einstellen. Es wäre daher höchstens ein großer gelber Fleck auf dem Tuch zu erwarten, was Rogers in einem privaten E-Mailwechsel auch einräumte.

Das Problem ist: Aus einer Leiche tritt keine Energie mehr aus. Also ist die Entstehung des Abbildes auf natürliche Weise nicht zu erklären. Das war auch der Grund, warum bei der STURP-Untersuchung keine Erklärung für das Abbild gefunden wurde. Einige Forscher gehen daher davon aus, dass das Abbild durch einen extrem kurzen Energieblitz bei der Auferstehung entstanden sein muss.

Fazit dieser Geschichte: Das Grabtuch ist ein Mysterium, Zeuge der Auferstehung Christi und damit ein wissenschaftlich erforschbarer Beweis für die Wahrheit des christlichen Glaubens.

6. Geschichte: Der Mann unter dem Tuch lebte noch

Das Tuch wäre dann ein Hinweis dafür, dass die „Auferstehung Christi“ innerhalb der Naturgesetze stattgefunden hat.

Die Entstehung des Abbildes ist durch Körperwärme erklärbar.
Es gibt in der Tat eine natürliche Erklärung für die Entstehung des Abbildes, aber nur, wenn man von einem lebenden Körper unter dem Tuch ausgeht. Dann gab es natürlich Energie, die aus dem Körper austrat: Infrarotstrahlung aufgrund von Körperwärme.

Legt man ein Tuch über einen lebenden Körper, trennt man es nach einer gewissen Zeit wieder vom Körper und fotografiert es dann sofort mit einer Wärmebildkamera, so sieht man auf der Thermo-Fotografie ein Abbild, das dem auf dem Turiner Grabtuch gleicht. Je geringer der Abstand zwischen Tuch und Körper war, umso höher ist dann die Temperatur an der Stelle auf dem Tuch. Geht man davon aus, dass das Abbild durch einen chemischen Prozess entstanden ist, so ist die Geschwindigkeit dieses Prozesses temperaturabhängig. Dies bedeutet, es wurde umso mehr Bildsubstanz gebildet, je näher sich das Tuch am Körper befand. Dies entspricht der Charakteristik des Abbildes.

Ein Narrativ (Geschichte) vom überlebenden Jesu hätte Auswirkungen auf die christliche Religion. Sie müsste über weite Bereiche neu gedacht werden. Die ursprüngliche Botschaft Jesu (Gleichnisse, Bergpredigt), die eine Botschaft der reinen Liebe ist, wäre davon jedoch nicht betroffen, wohl aber die Religion, die in den ersten vier Jahrhunderten aus seiner Lehre und seinem Leben gemacht wurde. Deren Kern basiert darauf, dass Jesus am Kreuz starb und von den Toten auferweckt wurde. Die Verkündigung lautet: Nur so können uns unsere Sünden vergeben werden und wir ewiges Leben haben.
Daher wurde jeder Gedanke in dieser Richtung schon in der Antike als Ketzerei verurteilt und als Möglichkeit vehement ausgeschlossen.

Es ist schwer vorstellbar, dass Jesus die Kreuzigung überlebt haben könnte.

Auch heute gehen die meisten Grabtuchexperten davon aus, dass Jesus selbstverständlich am Kreuz starb. Gewöhnlich wird als Todesursache ein Herz- und Atemstillstand als Folge eines hypovolämischem und traumatischem Schocks aufgrund von Geißelung und Kreuzigung angenommen.

Der Gerichtsmediziner Frederik Zugibe meint in seinem Buch: The Crucifixion of Christ:

Niemand könne eine derartige Tortur überleben: Geißelung, Kreuzigung, Lanzenstich.
Auf dem Tuch sei Totenstarre zu erkennen.
Es gab damals keine Medikamente und Behandlungsmethoden so wie heute.
Ein römisches Hinrichtungskommando mache keinen Fehler.
Und vor allem: Jesus hätte als Schwerverletzter nach der Kreuzigung nicht so han­deln können, wie von ihm berichtet wird.

Kernaussage: Jede Idee, der Mann unter dem Tuch habe noch gelebt, ist blanker Unsinn. Auch die Indizien auf dem Tuch sprechen klar dafür, dass der Mann unter dem Tuch tot war! Die medizinischen Befunde sind eindeutig und lassen keinen Zweifel zu!

Die „Auferstehung Christi“ als Fragestellung für die Gerichtsmedizin.

Im Grab ist aus 28 Wunden teilweise massiv Blut ausgetreten. Leichen bluten nicht, außer aufgrund der Schwerkraft oder wenn etwa beim Transport einer Leiche ein Überdruck entsteht.

Prof. Bonte, damals Präsident des Weltbundes der Gerichtsmediziner, wurden Fotografien des Tuches mit den Blutspuren zur Untersuchung gegeben. Er kam zu dem Schluss: „Nach meiner Auffassung spricht alles dafür, dass die Kreislauftätigkeit noch nicht erloschen war…
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei dieser Bettung zu einem passiven Austritt größerer Blutmengen kommen konnte.“

Er war nicht der einzige Gerichtsmediziner, der zu einem solchen Ergebnis gekommen ist.

Was das Tuch „ist“, liegt alleine im Auge des Betrachters – Jeder kann das sehen, was er sehen will

Das Tuch könnte sein …
… aus dem Mittelalter (Datierung) und daher eine perfekte Fälschung (Kunstwerk), aber:
Das Abbild enthält keinen Fehler bei anatomischen Details
Hinter den Blutflecken befindet sich kein Abbild
Das Abbild beinhaltet eine 3D-Information
Das Abbild ist nicht angesengt, keine Pinselstriche… Das Tuch ist einmalig (keine Kunstrichtung)
… neben den Evangelien ein unverfälschter Zugang zum historischen Jesus
Es zeigt die Grausamkeit und Unmenschlichkeit von Geißelung und Kreuzigung
Es bestätigt exakt die Passionsgeschichte Jesu in den Evangelien
Die Indizien weisen auf Jesus als den Mann des Grabtuches hin.

… die Wiederspieglung eines Wunders, Bestätigung des christlichen Glaubens
Die Entstehung des Abbildes ist wissenschaftlich nicht erklärbar
Das Abbild könnte durch eine (übernatürliche) Energieentladung entstanden sein
Das Tuch ist ein „Mysterium“

… Ein Hinweis auf ein unglaubliches Drama
Überleben einer Kreuzigung – Rettung eines Schwerverletzten unter Lebensgefahr
Zeigt unbedingten Lebenswillen eines extrem misshandelten Menschen
Teile der christlichen Religion (Paulus) müssten neu gedacht werden
Die Botschaft von Jesus selbst (Botschaft der Liebe und Vergebung) bliebe unberührt

Buchempfehlungen

Möchten Sie noch tiefer in das Thema einsteigen? Dann möchte ich Ihnen folgende Bücher ans Herz legen:

Kein Tod für Jesus
Das Grabtuch von Turin und die Auferstehung Christi

Ein Buch, das alle wesentlichen Aspekte kompakt erklärt. Der Text ist reich bebildert, die Kontroversen sind präzise dargestellt, sodass Sie sich ein eigenes Bild machen können.
Es ist momentan das einzige Buch, in dem alle wesentlichen Aspekte der Grabtuchforschung aktuell, präzise und ganzheitlich dargestellt werden.

Paperback 7,99 € E-Book 4,49 €

Die Memoiren des
Judas Iskariot

Der Roman zum Sachbuch

Mit einer Botschaft von Jeshua hält Petrus Judas davon ab, sich umzubringen. Judas wird Teil eines unglaublichen Dramas und lernt seinen Freund Jeshua auf eine neue Weise kennen. So findet er Antworten auf seine vielen Fragen. Ein spannender Roman mit spirituellem Tiefgang.

Paperback 16,80 € E-Book 8,50 €

Leserstimmen zum Roman

Franz Alt: Von meinem Freund Karl Herbst ist mir die Geschichte des Grabtuchs gut bekannt und deshalb auch Ihre Version glaubwürdig. Ihren Judas-Roman habe ich mit Freude und Spannung gelesen. Hauptsächlich die letzten 40 Seiten haben mich gefesselt… Er ist sehr wertvoll und ich danke Ihnen dafür.

Eugen Drewermann: Ich lese und lese in Ihrem Buch, für das ich Ihnen von Herzen danke.

Friedrich Laker, evangelischer Pfarrer, Dortmund: Sie schreiben spannend und können den Leser sehr gut auf die Reise des Buches mitnehmen. Wie professionell Sie dies tun hat mich begeistert. Es gehört zum notwendigen Wandel kirchlicher Lehre dazu, dass sie die bisherigen Annahmen teils revidiert, teils durch weitere Erkenntnisse erweitert. Kirchliche Lehre muss sich insofern genauso einem wissenschaftlichen Diskurs unterwerfen wie andere wissenschaftliche Annahmen. Nur so bleibt sie auf Dauer überzeugend und zugleich „lebendig“. Selbst wenn man am Ende den Tod Jesu am Kreuz persönlich nicht bestreitet, ist es erfrischend und bereichernd, den Dissens aufzunehmen und sich auf einen Perspektivwechsel einmal ganz einzulassen.

Weitere Leserstimmen
Diesen Roman finde ich richtig gut. Der Blick auf den Menschen Jeshua öffnet mir eine neue zugewandt Haltung zu der Lehre.

Wie bei guten Bonbons muss man zwischendurch aufhören, damit man länger was davon hat.

Ich finde das Buch wirklich toll. Es hat mir eine Menge Spaß bereitet über die Geschichte und Mission Jeshuas zu lesen. Jemanden wie ihn könnte die Welt gut gebrauchen. Ich habe mich mit der Historik nie auseinandergesetzt, das Buch bietet aber eine super Grundlage sich ein paar Gedanken darüber zu machen. Wirklich nochmal viele Dank für diesen tollen Roman. Was mich sehr gefreut hat, war diese Entwicklung die ich in der Zeit wahrnehmen durfte. Ich durfte einiges mitfühlen und einiges bei mir integrieren.